Liebe Schulgemeinde,

ab dem 12.04.2021 besteht eine Testpflicht an Schulen. Die Infos des Ministeriums dazu lassen sich HIER finden.

  1. An der Notbetreuung und am Präsenzunterricht dürfen nur getestete Kinder teilnehmen. Der Selbsttest wird 2x pro Woche in der Schule durchgeführt.
  2. Wenn sich ein Kind nicht testen will oder die Eltern einen Selbsttest in der Schule nicht wünschen, so darf der Test auch in Begleitung der Erziehungsberechtigten außerhalb der Schule (vgl. Bürgertest) durchgeführt werden. Dieser muss dann bescheinigt werden und der Test darf nicht älter als 48 Stunden alt sein. Mit dieser Bescheinigung darf das Kind auch wieder in die Schule.
  3. Wenn Eltern weder einem Selbsttest zustimmen noch ihr Kind außerhalb der Schule testen lassen wollen, so darf das Kind leider das Schulgebäude nicht betreten. Das Kind wird dann lediglich am Distanzlernen teilnehmen müssen. Einen Anspruch auf Distanzunterricht besteht jedoch in diesem Fall nicht.

Soweit die Regelungen. Dass es sich hier jedoch um ein hochsensibles und emotionales Thema handelt und sich vieles bei diesem Thema „Selbsttests“ noch zurechtruckeln muss, ist uns allen bewusst.

Aber worum geht es uns? Wir wollen versuchen, dass wir alle gesund bleiben und wir die Schulen so lange es geht offen halten können. Dazu können diese Selbsttests einen wertvollen Beitrag leisten.

Selbstverständlich werden wir ohne Druck und mit dem nötigen Feingefühl das Thema Selbsttests mit den Kindern im Präsenzunterricht thematisieren. ABER: Wir zwingen keine Kinder! Machen wir uns nichts vor: Es ist nicht auszuschließen, dass Kindern auch solche Fehler bei der Ausführung des Tests unterlaufen, die das Testergebnis ungültig machen (besonders zu Beginn der Testungen). Es fehlt auch schlicht noch an Übung. Wir haben nun allerdings ein paar Erfahrungen sammeln dürfen:

  1. Der Test tut nicht weh und ist auch nicht gefährlich. Das Stäbchen wird nicht bis an die Rachenwand (Test mit medizinischem Personal) sondern nur in den vorderen Teil des Nasenloches gesteckt und dort für 15 Sekunden unter viermaligem Wenden belassen (pro Nasenloch). Glauben Sie mir bitte: Die meisten Kinder sind für diese Aufgabe bestens vorbereitet. Wie oft durfte ich es erleben, dass Kinder unserer Schule ihr Nasensekret (in der Fachsprache auch „Popel“ genannt) geschickt mit dem Finger aus einem der Nasenlöcher herausholten. Wenn ich meinen weiteren Beobachtungen trauen darf, scheint es sich dabei sogar um eine Delikatesse zu handeln…
  2. Das Problem liegt doch nun daran: Den Finger stecken sich die Kinder zwar tief in die Nase – was ist jedoch mit einem Teststäbchen? Die Kinder kennen das nicht. Wäre es nicht gut, das zuerst in einem vertrauteren Umfeld mit dem Kind zu üben, damit es keine Angst mehr davor hat? Genau das haben wir uns auch überlegt. Deshalb unser Angebot: Zum kommenden Wochenende teilen wir mit den Arbeitsmaterialien auch solche Wattestäbchen aus (sind bestellt, kommen wohl laut Amazon am Mittwoch). Sie können Ihrem Kind (und sich selbst) dann die Angst davor nehmen, den Abstrich selbstständig durchzuführen. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, dies selbstständig unter Ihrer Aufsicht auszuprobieren. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den kompletten Test, sondern nur um das besagte Wattestäbchen, um den ganzen Vorgang in einer geschützten familiären Umgebung zu üben. Ihr Kind kennt das dann schon. Außerdem haben wir ein kleines VIDEO zu diesem Test als Anleitung gedreht.

Wie gehen wir nun mit positiven Tests in der Schule um? Es ist ganz klar, dass wir das Thema mit der nötigen Sensibilität behandeln werden. Natürlich sind Sie, liebe Eltern, dazu verpflichtet, Ihr Kind bei einem positiven Selbsttest umgehend abzuholen und sich mit Ihrem Kind bei Ihrer Kinderärztin/ beim Kinderarzt/ beim Testzentrum zu melden. Hier wird ein zuverlässiger PCR-Test durchgeführt. Erst wenn dieser auch positiv ist, wird das Ergebnis des Selbsttestes bestätigt. Wir sind dazu parallel verpflichtet, das Gesundheitsamt zu informieren. Ab da an hat auch wieder das Gesundheitsamt das „Heft in der Hand“ und entscheidet über das weitere Vorgehen.

Einige Eltern fürchten eine Stigmatisierung Ihres Kindes, sollte das Ergebnis des Selbsttests des Kindes positiv sein. Wir nehmen daher schon beim Testen den Wind aus den Segeln:

  • Jedes Kind hat ein Blatt Papier beschriftet mit seinem Namen vor sich liegen. Hier liegen die Testmaterialien drauf.
  • Dieses Blatt Papier mit der Testkassette wird nach der Durchführung des Tests weggelegt (Fensterbank, Ablage,…)
  • Die Kinder gehen dann alle gemeinsam aus dem Klassenraum nach draußen und bekommen nicht mit, welches Testergebnis sie oder ein anderes Kind haben.
  • Nach 15 Minuten kontrolliert die Lehrkraft die Ergebnisse der Kinder. Sollte ein positives Ergebnis dabei sein, wird das positiv getestete Kind draußen durch unsere Mitarbeiter betreut. Das Kind wird somit nicht vor allen anderen Kinder „rausgezogen“ oder „abgeführt“.

Noch einmal. Wir begegnen der ganzen Sache mit dem nötigen Maß an Fingerspitzengefühl und Pragmatismus.

Gerne können Sie mich kontaktieren, wenn Sie weitere Fragen haben:

grosenberg@nicolaischule-unna.de

Liebe Grüße und bleiben Sie gesund

Gabriel Rosenberg (Schulleiter)